Bericht enthüllt Geschlechterungleichheit hinter Anime-Hits wie One Piece und Dragon Ball

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Geschlechterungleichheit in der Anime-Industrie offen

Die Anime-Industrie hat in den letzten Jahren einen beispiellosen Aufschwung erlebt, wobei sich sowohl die Einnahmen als auch die Fangemeinden stetig vergrößert haben. Insbesondere Anime-Filme haben stark zur Erweiterung der Fanbasis und als wichtige Einnahmequellen der jeweiligen Serien beigetragen. Eine neue Studie zu populären Anime-Reihen wie One Piece und Dragon Ball hat nun jedoch aufgezeigt, dass gerade in den höheren Positionen der Filmproduktion eine deutliche Geschlechterungleichheit herrscht.

Befunde der Studie zeigen ein klares Ungleichgewicht

Laut der Untersuchung des Japanese Film Project (JFP) (via FandomWire) sind im Bereich der Anime-Filmindustrie Frauen auf den unteren Ebenen zu etwa 46% vertreten. Doch je höher es in der Hierarchie nach oben geht, desto stärker sinkt dieser Anteil. So waren im Bereich der Regie, der Leitung der Animation oder der Chef-Animationsleitung 41 Prozent der Beteiligten weiblich.

Diese Diskrepanz spitzt sich noch weiter zu, wenn es um die Produktionsebene geht. Dort sind nur etwa 18 Prozent der Beteiligten – grob gesagt 56 von 315 Mitarbeitenden – Frauen. Dies deutet darauf hin, dass hohe Ränge mit viel Entscheidungsmacht überwiegend von Männern besetzt werden.

Konsequenzen für die Industrie

Die erzielten Einnahmen der Anime-Filme, welche regelmäßig die Milliardengrenze in Yen übersteigen, könnten den Anschein erwecken, dass gleiche Bedingungen für alle Geschlechter vorherrschen. Die Realität zeigt jedoch, dass Frauen vornehmlich in rollen mit geringerer Verantwortung und weniger Aufstiegschancen zu finden sind, während bedeutende Positionen fast ausschließlich mit Männern besetzt werden.

Anime-Filmen wie „Dragon Ball Superhero“ und „One Piece: Red“ verdanken ihre Erfolge nicht zuletzt den kreativen und technischen Teams hinter den Kulissen. Dennoch scheinen diese Teams in puncto Geschlechterverteilung nicht annähernd so ausgeglichen zu sein, wie es ihrer Relevanz entsprechen würde. Es bleibt daher eine offene Frage, wie diese Ungleichheit die Kreativität und Vielfalt der produzierten Inhalte beeinflusst.

Die Erkenntnisse der Studie werfen ein Schlaglicht auf das verbreitete Problem der Geschlechterungleichheit in der Anime-Industrie, eine Branche, die sich ansonsten durch Innovation und vielfältige Erzählformen auszeichnet. Die Studie könnte ein Anstoß für Veränderungen sein, die letztlich nicht nur die Arbeitsverhältnisse innerhalb der Branche verbessern, sondern auch die Qualität und Vielfalt der produzierten Filme zu steigern vermögen. Es bleibt zu hoffen, dass der Erfolg und die Popularität der Anime-Filme dazu genutzt werden, um auf die bestehenden Ungleichheiten aufmerksam zu machen und aktive Schritte zur Verbesserung der Situation aller Beteiligten zu unternehmen.

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